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  • Was ist eigentlich ein „Grund“-Nahrungsmittel?

    Was ist eigentlich ein „Grund“-Nahrungsmittel?

    Hallöchen,

    heute möchte ich mit euch über ein Wort sprechen, das wir alle kennen, das wir ständig benutzen, über das wir aber selten wirklich nachdenken. Ein Wort, das mich schon mein ganzes Leben lang begleitet und in meiner Kindheit sogar für ordentlich Diskussionsstoff am Esstisch gesorgt hat: Das Grundnahrungsmittel.

    Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, gab es da eine Sache, die für mich felsenfest stand: Ich hatte schon immer eine tiefe, intuitive Abneigung gegen Fleisch. Es hat mir einfach nie geschmeckt und mein Körper hat signalisiert: Nein danke, das brauche ich nicht.

    Meine Mama sah das damals allerdings ganz anders. Je älter ich wurde, desto öfter sagte sie zu mir: „Anneliese, du musst doch Fleisch essen. Fleisch ist ein Grundnahrungsmittel!“

    Vielleicht kennt ihr solche Sätze auch noch von euren Eltern oder Großeltern. Für diese Generation war Fleisch der Inbegriff von einer vollwertigen Mahlzeit, ein Symbol für Wohlstand und Kraft. Aber in mir hat das immer ein großes Fragezeichen hinterlassen. Und irgendwann habe ich angefangen, das Wort mal ganz genau zu betrachten und in seine Einzelteile zu zerlegen.

    Schaut euch das Wort „Grundnahrungsmittel“ mal geschrieben an. Wenn wir es teilen, entstehen zwei Begriffe: „Grund“ und „Nahrungsmittel“.

    Als ich das erste Mal so darüber nachgedacht habe, schoss mir sofort ein Gedanke durch den Kopf: Der Begriff „Grund“ beinhaltet für mich die Natur. Es ist die Nahrung aus dem Grund, aus dem Boden. Alles, was aus der Erde wächst, was dort wurzelt, reift und von der Sonne verwöhnt wird. Und wenn man das so sieht, dann hat Fleisch auf dieser Liste absolut nichts zu suchen, oder? Fleisch wächst schließlich nicht im Beet.

    Mein intuitives Gefühl hat mir also schon als Kind gesagt, dass die wahre Basis unserer Ernährung direkt aus der Erde kommt. Aber was sagt eigentlich die Wissenschaft dazu? Ich habe mal recherchiert, was der Begriff rein sachlich bedeutet – und das Ergebnis ist faszinierend.

    Wenn man in die Wirtschaft und die Ernährungswissenschaft schaut, meint das Wort „Grund“ hier nicht den Erdboden, sondern das Fundament oder die Basis. Ähnlich wie beim Grundwissen, der Grundschule oder dem Grundgesetz.

    Ein Grundnahrungsmittel ist per Definition ein Lebensmittel, das die Basis der täglichen Ernährung einer großen Bevölkerungsgruppe bildet. Es sind die Dinge, die traditionell das Überleben der Menschheit gesichert haben, weil sie in großen Mengen verfügbar, relativ kostengünstig und extrem nährstoff- und energiereich sind.

    Und jetzt kommt das Spannende: Welche Lebensmittel sind das weltweit?

    In Asien: Der Reis

    In Europa und Amerika: Getreide (wie Weizen und Roggen) und Kartoffeln

    In Afrika und Südamerika: Mais, Maniok, Hirse oder die Yamswurzel

    Weltweit als Protein- und Fettquellen: Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, sowie pflanzliche Speiseöle.

    Fällt euch etwas auf? Egal in welche Kultur oder Region wir auf dieser Erde schauen: Die echten, globalen und historischen Grundnahrungsmittel der Menschheit stammen am Ende alle direkt aus dem Erdboden! Meine kindliche, sprachliche Herleitung war also vielleicht wissenschaftlich anders gemeint, aber im Kern der Realität goldrichtig.

    Warum war sich meine Mama dann so sicher, dass Fleisch dazugehört? Hier müssen wir zwischen Tradition und Biologie unterscheiden.

    Kulturell gesehen war Fleisch in den letzten Jahrzehnten in unseren Breitengraden ein täglicher Begleiter. Es wurde im Alltag wie ein Grundnahrungsmittel behandelt. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist es das aber nicht. Fleisch liefert zwar Proteine und Vitamine, ist aber für unser Überleben nicht essenziell. Der menschliche Körper kann ohne Probleme vollkommen gesund und vital ohne Fleisch leben. Die Basis an Energie und Proteinen lässt sich wunderbar, und oft sogar viel sauberer, über pflanzliche Lebensmittel decken.

    Dieses kleine Wort hat mir mal wieder gezeigt, wie klug unser Körper und unsere Intuition oft sind. Mein Körper wusste schon als Kind, dass er kein Fleisch braucht, um gut versorgt zu sein. Und die Natur gibt uns recht: Die echten Fundamente unserer Ernährung wachsen im Garten, auf dem Feld und auf den Feldern dieser Erde. Sie kommen direkt aus dem Grund.

    Wie ist das bei euch? Seid ihr auch mit dem Satz „Fleisch ist ein Grundnahrungsmittel“ aufgewachsen? Und habt ihr auch Lebensmittel, gegen die sich euer Körper schon immer intuitiv gewehrt hat?

    Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare, ich bin gespannt auf eure Geschichten!

    Bis zum nächsten Beitrag,

    Eure Anneliese

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