
Wie die Meinung anderer mein Leben beeinflusste
Nach den Ferien durfte ich die Schule wechseln. Aufgrund meiner miesen Noten schaffte ich die neunte Klasse nicht. Da ich die achte Klasse schon wiederholt hatte, hatte ich neun Schuljahre auf der Hauptschule voll. Also kam ich zur Berufsschule und machte das sogenannte Berufsvorbereitungsjahr, abgekürzt BVJ.
Diese Schule fand ich irgendwie besser als die Hauptschule. Warum? Ich denke, weil wir dort mehr praktischen als theoretischen Unterricht hatten.
Hier wurden wir auch von Mitarbeitern des Arbeitsamtes betreut, die uns halfen, trotz unserer Zeugnisse eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Aufgrund meines Praktikums im Einzelhandel – da mir das Warepacken unheimlich Spaß gemacht hatte und ich jemand bin, der die körperliche Bewegung braucht – war mein Wunschberuf Lebensmittelverkäuferin.
Ich war in einer Phase, in der mir Jungs nicht mehr nur durch ihr Aussehen auffielen, sondern in der mein Interesse an ihnen langsam stärker wurde.
In der Foto – AG lernte ich Malte kennen. Wir verstanden uns prima, und ich mochte ihn sehr. Ich freute mich immer auf die Foto-AG – nicht nur, weil mich das Fotografieren interessierte, sondern weil ich wusste, dass Malte auch da sein würde.
Wenn wir in kleinen Gruppen arbeiten sollten, war es selbstverständlich, dass ich immer irgendwie mit Malte in einer Gruppe war.
Eines Tages sollten wir zu zweit in der Dunkelkammer arbeiten. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch nie mit Malte alleine gewesen. Als wir dann in die Dunkelkammer gingen, tauchte in meinem Bauch ein seltsames Kribbeln auf. Ich fühlte mich merkwürdig – heute würde ich das als Aufregung bezeichnen –, aber damals wusste ich nicht, warum.

Während wir dort arbeiteten, kam Malte plötzlich auf mich zu und gab mir meinen ersten Kuss.
Im ersten Moment war ich erschrocken, da ich bisher noch keinen Kontakt dieser Art mit einem Jungen gehabt hatte. Doch im nächsten Moment hätte ich die Dunkelkammer am liebsten nie wieder verlassen.
Unsere Gefühle und unser Zusammensein blieben meinen Mitschülerinnen nicht verborgen, und sie fingen an zu hänseln – denn Malte war kein „Katalog-Junge“. Sie ließen kein gutes Wort an ihm, obwohl sie ihn gar nicht kannten. Sie machten sich über ihn lustig, bis ich schließlich die Beziehung beendete.
Durch mein geringes Selbstvertrauen war ich leicht beeinflussbar. Ich muss gestehen: Bis heute tut es mir leid, dass ich so naiv gehandelt habe. Heute würde ich ihn nicht einfach wegschicken, nur weil andere ihn nicht mochten. Es kommt nicht auf das Aussehen an – ob Pickelgesicht, schiefe Nase, dicker Bauch, zu kurze Beine oder abstehende Ohren. Wichtig sind die inneren Werte. Das Herz muss an der richtigen Stelle sitzen. Und außerdem liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters.
Das war quasi mein erster Freund – wenn auch nicht so, wie viele eine Beziehung definieren würden. Ich hatte damals den Eindruck, dass viele glaubten, eine Beziehung sei erst dann eine „richtige“ Beziehung, wenn auch sexueller Kontakt dazugehört. Ich jedoch hatte meine erste Beziehung durch die Beeinflussung anderer vermasselt.
Wie seht ihr das mit einer Beziehung? Ab wann kann man von einer Beziehung sprechen?

Dreiviertel des Schuljahres war vorbei, und die Lehrer hatten einen Tagesausflug geplant. Sie nahmen uns mit in eine Eishalle zum Schlittschuhlaufen.
Mein Umgang mit den anderen Mädchen in der Schule entsprach nicht unbedingt dem, was sich Eltern für ihr Kind wünschen würden – doch meine Mutter bekam davon nichts mit. Außerdem war ich ihr in gewisser Weise sowieso egal.
Die anderen Mädchen beschlossen, dass wir das Schlittschuhlaufen nicht nur als Ausflug, sondern mit etwas mehr „Spaß“ verbinden wollten. Doch wie konnte man Alkohol unauffällig mitnehmen?
Damals, wenn auch nicht bewusst, gab es oft keine Probleme – nur Lösungen. Also besorgte ich Apfelkorn und füllte ihn in normale Trinkflaschen um, sodass die Lehrer es nicht als alkoholisches Getränk erkannten. Es sah aus wie Apfelsaft – und wir hatten unseren „Spaß“.
Dass ich zu dieser Zeit so leicht beeinflussbar war, lag an meinen vorherigen Erlebnissen und den Blockaden, die sich in mir gebildet hatten. Diese Blockaden haben mich den Großteil meines Lebens begleitet.

Trauma-basierte Blockaden
Dieses Ereignis ist eine Folge trauma-basierter Blockaden.
Was sind trauma-basierte Blockaden?
Trauma-basierte Blockaden sind emotionale, mentale oder sogar körperliche Hindernisse, die durch belastende oder schmerzhafte Erfahrungen in der Vergangenheit entstehen. Diese Erfahrungen können so prägend sein, dass sie unser Denken, Fühlen und Handeln unbewusst beeinflussen – oft noch Jahre später. Bei mir sogar bis weit ins Erwachsenenalter hinein.
Wie entstehen sie?
Wenn wir etwas erleben, das uns überfordert, verletzt oder ängstigt, speichert unser Ego diese Erfahrung oft als eine Art „Warnsignal“ ab. Das ist eigentlich ein Schutzmechanismus – unser Ego möchte uns davor bewahren, ähnliche schmerzhafte Situationen noch einmal zu erleben. Doch manchmal bleibt dieses Warnsignal aktiv, selbst wenn die Gefahr längst vorbei ist. Das kann dazu führen, dass wir bestimmte Verhaltensmuster entwickeln, die uns im Hier und Jetzt blockieren.
Beispiele für trauma-basierte Blockaden:
Geringes Selbstwertgefühl: Wenn man in der Vergangenheit oft kritisiert oder abgelehnt wurde, kann das dazu führen, dass man sich selbst nicht mehr traut oder ständig an sich zweifelt.
Angst vor Ablehnung: Wer früher gemobbt oder ausgeschlossen wurde, könnte später Schwierigkeiten haben, enge Beziehungen einzugehen oder sich in Gruppen sicher zu fühlen.
Wiederkehrende Muster: Manchmal geraten wir immer wieder in ähnliche Situationen, ohne zu verstehen, warum. Das liegt oft daran, dass uns unbewusst bestimmte Verhaltensweisen oder Denkmuster steuern, die aus früheren Erfahrungen stammen.
Ich habe diese Muster deutlich erfahren. Die Geschichte mit Malte war nicht die einzige, in der ich mit einem Jungen Schluss gemacht habe, weil andere ihn gehänselt haben.
Ein paar Jahre später, während meiner Ausbildung, lernte ich den Kumpel meiner Freundin kennen. Als wir an einem Wochenende in der Disco waren, sahen uns einige Arbeitskollegen – und wieder begann das Lästern.
Doch auf dieses Ereignis werde ich in einem späteren Beitrag noch ausführlicher eingehen.
Warum sind sie so hartnäckig?
Trauma-basierte Blockaden sitzen oft tief im Unterbewusstsein. Sie sind wie unsichtbare Mauern, die uns daran hindern, unser volles Potenzial zu entfalten. Das Problem: Oft sind wir uns gar nicht bewusst, dass diese Blockaden existieren – wir spüren nur ihre Auswirkungen.
Ich kann durch mein Schreiben, und jetzt sogar rückblickend, sagen, welches Ereignis die Ursache für diese Blockade war. Ich hatte in einem Beitrag davon erzählt, dass Muttern nach der Scheidung von meinem Vater vom Sozialamt lebte und ich, aufgrund der Umstände und weil ich immer gebrauchte Kleidung trug, gehänselt wurde. Dieses Ereignis hat sich bei mir unbewusst als Blockade festgesetzt.
Es gab zwar „nur“ diese zwei Fälle, in denen ich mich aufgrund von Hänseleien von den Jungs entfernte, doch es gab viele Situationen, in denen ich mich oft schämte, wenn mein Geld knapp war und ich von jemandem etwas geschenkt bekam. In diesen Momenten fühlte ich mich immer wieder für meine Situation beschämt.
Das Schöne ist aber, dass wir nicht unser ganzes Leben lang diesen Blockaden ausgesetzt sein müssen. Bei mir hat es zwar lange gedauert, doch wenn wir uns unserer Blockaden bewusst werden, sorgt unser Unterbewusstsein dafür, diese zu lösen. Mir haben dabei viele der Produkte, die ich in meinem Blog als Affiliate-Link anbiete, geholfen. Doch auch ohne Bewusstwerdung können wir Blockaden lösen, denn jeder Mensch geht einen anderen Weg. Als ich den intensiveren Weg der Bewusstwerdung einschlug, begann ich, viel mit Audiofrequenzen und geführten Meditationen zu arbeiten. Dadurch konnte ich viele unbewusste Blockaden lösen. Das Unterbewusstsein entscheidet dabei, was unbewusst losgelassen werden darf und was bewusst erkannt werden muss, um gelöst zu werden.
Jetzt, wo ich diesen Beitrag schreibe und auf die Situationen damals zurückblicke, kommt in mir noch ein leichtes Gefühl von Scham hoch. Plötzlich begann ich, mich dafür zu schämen, dass ich damals so naiv war und so gehandelt hatte. Dies zeigte mir, dass immer noch Schamblockaden in mir sitzen. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr brachen im nächsten Moment die Emotionen aus mir heraus, und ich musste weinen. Wenn so etwas während einer Reflexion passiert, ist es, so unangenehm das Weinen auch sein mag, ein gutes Zeichen. Denn durch das Weinen lassen wir Blockaden los und fühlen uns danach leichter.
An dieser Stelle kurz mal was ganz anderes: Vor ein paar Tagen, als ich meine Zeitung austrug, kam ich mit einem sehr netten Herrn ins Gespräch, dem ich die Zeitung gab. In meinem trockenen Humor hatte ich die Lottozahlen erwähnt, und dieser Herr signalisierte mir, dass er sehr große Zweifel daran hegt, ob man im Lotto gewinnen kann.
Ich kann nur ganz klar sagen: JEDER kann im Lotto gewinnen – es ist aber nicht leicht. Wie das funktioniert, darauf werde ich im Laufe des Blogs zurückkommen. Bei mir hat es gute vier Jahre gedauert, bis ich es verstanden habe, wie es geht.
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