
Nachdem Opa gestorben ist, war ich in den Ferien dann viel bei meiner Patentante wo ich ein neues zweites Zuhause fand. Bei Oma war ich nur noch, wenn ich nicht bei meiner Patentante sein konnte.
Unsere Nachbarn in der Wohnung über uns, bekamen ihr erstes Kind, ein kleiner Junge, Michael. So ein Kindernarr wie ich war, bin ich nach der Schule viel dort gewesen. Irgendwann durfte ich auch als Kindermädchen einspringen und ich bin auch viel mit dem Kinderwagen unterwegs gewesen. Immer wenn ich bei meinen Nachbarn eigentlich bei Michael, oder mit dem Kinderwagen draußen war, ging es mir gut und ich fühlte mich frei.
Mit 14 Jahren machte ich mein Schulpraktikum in einem Lebensmittelmarkt und am vorletzten Tag, als meine Brüder und ich, mit Muttern zum Einkaufen waren, hatte ich einen Autounfall.
Wir hatten unsere Fahrräder mit, und meine Brüder waren schon auf der anderen Straßenseite, als die Einkaufstaschen bei einem meiner Brüder vom Gepäckträger rutschten. So hilfsbereit wie ich bin, wollte ich zur anderen Straßenseite und bin ohne überlegen und auf die Straße zu achten, auf die Straße vor ein Auto gelaufen. Ich wurde über die Motorhaube geschleudert, hatte eine Platzwunde am Hinterkopf, eine Gehirnerschütterung, meine ganze linke Rückenseite war aufgeschürft, mein linker Fußknöchel geschwollen und einen Wirbelbruch kurz vor einer Querschnittslähmung ich durfte ein halbes Jahr lang, eine nervige Halskrause tragen und in der Schule kein Sport mitmachen, während Sport genau zu den Fächern gehörte, die mir Spaß machten. Dank meiner ganzen Schutzengel an meiner Seite, ist mir der Rollstuhl erspart geblieben. Danke noch mal an euch.
Die Zeit im Krankenhaus war der Horror. Ich war allein, Muttern fuhr kein Auto und hatte kaum Möglichkeiten mich zu besuchen und es gab damals für mich nichts schlimmeres als alleine zu sein. Sehr sehr lange hatte ich auch immer Angst vorm alleine sein, ich glaube, aus diesem Grund bin ich mit 18 Jahren, als ich zu Hause auszog, ins Elternhaus meines Exmannes gezogen, statt mir eine eigene Wohnung zu nehmen. Hinzu kommt, dass ich im Krankenhaus ständig das Gefühl hatte, die Schuld an dem Unfall zu tragen, da ich nicht nach links und rechts geschaut hatte.
Als ich aus dem Krankenhaus raus war, kam die Polizei zu mir nach Hause und wollte von mir wissen, wie der Unfall aus meiner Sicht abgelaufen ist. Ich habe es so erzählt wie ich mich noch daran erinnern konnte und dass ich schuld sei. Da sagte der Polizist zu mir, dass der Fahrer auch eine Mitschuld trägt, da er nachweislich viel zu schnell gefahren war.
Mein Praktikumsberichtsheft, welches am letzten Tag mit dem Marktleiter fertig gemacht werden sollte, fiel somit weg und ich kam drumherum. Allerdings durfte ich auch erst mal nicht mehr mit Michael im Kinderwagen rausgehen, da meine Nachbarin Angst hatte, dass ich irgendwann mit dem Kinderwagen auf der Straße nicht aufpassen könnte, nachvollziehbar. Denn heute wo ich selber Mutter bin, hätte ich genauso gehandelt.
Der Unfall geschah kurz vor den Sommerferien, in den Ferien bin ich wieder für ein paar Wochen zu meiner Patentante gefahren und konnte mich von der grausamen Schule erholen.Als ich nach Hause kam wollte ich als erstes zu meinen Michael hoch und ihn besuchen. Von Muttern musste ich dann jedoch erfahren, dass unsere Nachbarn in der Zeit wo ich bei meiner Tante war, weggezogen sind. Da das zweite Kind unterwegs war, wurde die Wohnung zu klein.

Und wieder, brach in mir eine Welt zusammen und eine Art zu Hause ging verloren, wieder konnte ich mich nicht verabschieden. Ich hatte mich ins Schlafzimmer zurückgezogen und hatte mich gefühlt in meinen Tränen ertränkt, ich wollte niemanden an mich ran lassen.
Ich habe bis heute nicht verstanden, warum man mir vorher nichts erzählt hat, nicht einmal meine Tante die es wusste. Ich gebe zu, mir hätte es nicht gefallen und es wäre mir gewiss auch nicht gut gegangen, aber ich war kein kleines Kind mehr und alt genug um zu verstehen, man muss nur mal reden. Vielleicht wäre mir dann das Loch in dem ich gefallen bin, erspart geblieben, denn ein Gespräch über das wieso, weshalb und warum, kann mehr helfen als ein Sturz ins kalte Wasser, nur um jemanden zu verschonen. Gut hätte ich es schon vor Urlaubsbeginn bei meiner Tante erfahren, dann wäre ich nicht mitgefahren.
Doch aus heutiger Sicht weiß ich, dass man durch so einen Sturz ins kalte Wasser, die meisten Blockaden aufbaut, bzw. festsetzt.
Diese Blockaden sind wie unsichtbare Mauern, die uns von unserer eigenen Kraft und unserer Verbindung zu anderen trennen. Sie entstehen oft in Momenten der Verletzlichkeit, des Verlustes oder der Unsicherheit – genau wie in meiner eigenen Geschichte. Doch was sind Blockaden eigentlich, und warum haben sie so viel Macht über uns? Um das zu verstehen, müssen wir einen Schritt zurücktreten und das große Ganze betrachten: unsere energetische Verbindung zueinander.

Das große Ganze: Unsere energetische Verbindung zueinander.
Im letzten Beitrag hatte ich erwähnt, dass ich auf die Blockaden noch genauer eingehen werde, damit ihr sie besser verstehen könnt. Doch bevor ich dies tue, ist es wichtig, zuerst ein grundlegendes Verständnis zu schaffen.
Wir alle leben in einem energetischen Universum. Das gesamte Universum, in dem die Erde und alle anderen Planeten existieren, besteht aus reiner Energie – und wir selbst sind ebenfalls Energie. Man könnte auch sagen, wir sind Teil eines großen Ganzen.
Manche Energien schwingen so schnell, dass sie für uns unsichtbar bleiben, während andere langsamer schwingen und dadurch als Materie wahrnehmbar und greifbar werden. Ob bewusst oder unbewusst – durch dieses Energiefeld sind wir alle miteinander verbunden. Jeder Gedanke, jede Emotion und jede Handlung schwingt in diesem Feld mit und wirkt sich auf uns und unsere Umgebung aus.
In diesem Energiefeld geht NICHTS verloren. Jede Erfahrung, die wir machen, alles, was wir erleben, ist in dieser Energie gespeichert. Alles, was wir denken, sagen oder tun, jede Emotion – einfach ALLES bleibt in dieser Energie gespeichert. Man kann diese Energie, dieses Energiefeld, auch als Informationsfeld bezeichnen. Denn dadurch, dass hier ALLES gespeichert ist, haben wir, wenn wir an uns arbeiten, unsere Blockaden abbauen und wieder den Zugang zu dieser Energie, dem Informationsfeld, bekommen, auch die Möglichkeit, alle Antworten auf unsere Fragen in uns zu finden. Durch das Loslassen der Blockaden werden wir sensibler und nehmen unsere Intuition stärker wahr.
Doch woher stammt diese allumfassende Energie?
An dieser Stelle komme ich auch auf meine gestellte Frage von meiner Startseite zurück: Was glaubt ihr, wer oder was ist Gott? Gott ist meiner Ansicht nach pure Energie – die höchste, schöpferische Kraft, die alles durchdringt. Diese Energie ist nichts anderes als die reine Essenz der Liebe. Als unsere Seelen erschaffen wurden, waren auch wir – unsere Essenz – pure Liebe. Für mich ist Gott dieses Informationsfeld – eine Kraft, die ich sogar im Alltag spüre. So habe ich mal irgendwann einen Spruch gehört, den ich mir immer sage, wenn ich etwas verloren bzw. verlegt habe: „Im Geiste Gottes geht nichts und niemand verloren“. Meistens, wenn ich mir diesen Spruch sage, taucht das, was ich gesucht habe, auch wieder auf. Das Wichtigste hier ist aber auch das Loslassen: Wenn ich mir diesen Spruch sage, dann höre ich auch auf zu suchen, und es taucht plötzlich von alleine wieder auf.
Doch in der Erfahrung der Seele begegnen wir nicht nur der Liebe, sondern auch Herausforderungen. Wir wurden so erschaffen, dass in uns eine Dualität lebt – das Zusammenspiel zwischen unserem Ego-Verstand und unserer Seele. Während unsere Seele stets mit dieser höchsten Liebe verbunden ist, neigt der Ego-Verstand dazu, sich von ihr zu entfernen.
Über diese beiden Seiten – „Ego-Verstand und Seele“ – in uns hatte ich schon berichtet. Viele Lebzeiten konnte die Liebe in uns uns tragen. Durch unsere Erfahrungen und die damit entstandenen Blockaden in all den Leben, die wir gelebt haben (Blockaden entstehen nicht nur durch Gewalt; der Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres reicht aus, dass sich in uns Blockaden setzen), hat unser Ego-Verstand uns immer mehr von dieser höchsten Energie der Liebe abgetrennt, und die Dualität kam – sichtbar durch „Kriege“ – immer mehr nach außen.
Wichtig ist es, dass wir uns unseren Blockaden bewusst werden und sie in uns lösen. Nur so können wir immer mehr wieder die Anbindung an die Energie der Liebe finden. Und je mehr uns das gelingt, desto mehr entsteht in uns der Frieden. Je mehr wir in uns im Frieden leben, desto mehr wird der Friede auf Erden zurückkehren, denn der Frieden muss immer in uns selbst anfangen.
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