
Wie viele Kinder habe auch ich Mist gebaut. Da bin ich mal mit einer Klassenkameradin zum Kanal in einem Abgrund spielen gewesen. Irgendjemand hatte dort eine alte Tonne entsorgt, die wir mit alten Ästen und Laub befüllten. Da ich immer ein Feuerzeug oder Streichhölzer bei mir hatte, kam ich auf die Idee, das alles anzuzünden, um zu sehen, ob es auch brennen würde, da vieles Laub sich nicht so anfühlte, als würde es brennen.
Der Schock war dann groß, als es doch richtig anfing zu brennen. Zu meinem Glück lag dort auch ein alter, kaputter Eimer – nicht kaputt genug, um aus dem Kanal Wasser zu holen. Ohne größeren Schaden oder Feuerwehreinsatz haben wir es wieder löschen können.
Aus heutiger Sicht kann ich sagen oder vermuten,
dass der Schock, den ich beim Spielen mit dem Feuer erlitt, so groß war, dass sich dieser auch auf mein ganzes Leben bezogen hat. Während die meisten immer gerne zum Osterfeuer gehen, gehöre ich zu denen, die das Osterfeuer meiden. Ich hatte zwar nie ein Angstgefühl vorm Feuer, aber mir fehlte jegliche Lust dazu. Nach diesem Vorfall gab es für mich auch nie wieder ein Spiel mit dem Feuer. Als Kind nutzte ich Feuer nur noch für Zigaretten und jetzt als Erwachsene, um Kerzen oder bestenfalls einen Kamin anzuzünden.
Dadurch, dass ich mein Leben lang, soweit ich konnte, das Osterfeuer gemieden habe, kann man davon ausgehen, dass sich die Energie des Schocks über das Feuer auch irgendwo in meinem Körper oder Geist als Blockade festgesetzt hat. Unser Unterbewusstsein versucht, uns vor ähnlichen Erfahrungen zu schützen, indem es uns unbewusst davon abhält, uns bestimmten Situationen auszusetzen, wie in meinem Fall dem Osterfeuer.

Das menschliche System:
Allerdings darf man nicht vergessen, dass das menschliche System (Körper, Geist, Emotionen und Seele) aus dem Unterbewusstsein (95 %) und dem Bewusstsein (5 %) besteht. Unser Bewusstsein ist ganz stark mit unserem Ego verbunden.
In Bezug auf unser Ego sollte ich an dieser Stelle einmal erwähnen bzw. erklären, dass alles im Universum aus einer Polarität besteht, auch bekannt als Dualität. Das bedeutet, es gibt zu allem einen Gegensatz. Der Gegensatz oder das Gegenstück von Liebe ist Hass. Von Frieden ist es Krieg. Von schön ist es hässlich, auch wenn ich der Meinung bin, über Schönheit sollte man nicht urteilen, denn die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Sogar im Weltall, in dem wir leben, gibt es die Schwerelosigkeit; das Gegenstück ist die Anziehungskraft.
Unsere Seele in unserem menschlichen System ist unser Unterbewusstsein und besteht aus purer Liebe. Sie versucht, uns zu schützen, indem sie uns ein unwohles Bauchgefühl vermittelt, wenn wir z. B. auf den falschen Weg sind oder etwas anders machen sollten. Dennoch versucht unsere Seele, uns dazu anzuleiten, dass wir mutig sind und – trotz unserer Erfahrungen – Neues auszuprobieren und Neues zu wagen. Die Seele ist in unserem Herzen zu Hause; sie wohnt quasi in unserem Herzen. Wenn wir ganz genau auf unseren Körper und unsere Gefühle achten, dann nehmen wir unsere Seele, unser Unterbewusstsein, wie schon erwähnt, als Bauchgefühl wahr – als gutes wie auch unwohles Gefühl.
Das Ego ist in unserem menschlichen System
Ist das Gegenstück zur Seele und ist, wie schon erwähnt, stark mit dem Bewusstsein verbunden. Es formt unser Selbstbild und unsere Gedankenmuster und versucht, uns zu schützen – oft auf Grundlage unserer vergangenen Erfahrungen. Im Gegensatz zur Seele versucht unser Ego, uns gleich durch Ängste von allem abzuhalten, wenn wir schon mal in dieser Richtung schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das Ego sagt uns: „Lass es lieber sein, es könnte wieder schiefgehen, oder das konntest du bis jetzt nicht, also wirst du es jetzt auch nicht können.“
Das Ego benutzt Ängste, um uns vor unbekannten, eventuell riskanten oder gefährlichen Situationen und Veränderungen zu warnen. Es sorgt dafür, dass wir um uns eine Komfortzone aufbauen, in der wir die Kontrolle haben und uns sicher fühlen.
Da das Ego stark mit dem Bewusstsein agiert, nehmen wir es in unserem Kopf wahr. Unser Ego lässt sich stark von unseren unbewussten, verankerten Überzeugungen und Verhaltensmustern, die durch unsere inneren Blockaden aus Glaubenssätzen und Emotionen … leiten.
Während das Ego auf Angstgefühlen basiert und uns durch Ängste zu leiten versucht, steht unsere Seele für den Mut. Unsere Seele hat keine Angst vor Veränderungen. Sie strebt danach, uns zu einem Zustand des inneren Friedens und der Selbstverwirklichung zu führen. Doch ist das Ego oft stärker und hält uns aus Angst vor dem Unbekannten davon ab, diesem inneren Ruf nach Freiheit zu folgen. Es klammert sich an das Vertraute und blockiert den Weg zu Veränderung und persönlichen Wachstum.

In meinem Fall hat das Spiel mit dem Feuer und der Schock dabei nicht nur mein Verhalten gegenüber Feuer beeinflusst, sondern auch meine Beziehung zu Risiken im Allgemeinen.
Ich bin eine wissbegierige Person und immer offen für Neues. Ich wollte immer übers Internet Geld verdienen, hatte Coachings absolviert, und immer, wenn es soweit war, hatte ich aus Unsicherheit und Selbstzweifel, das zu können, wieder abgebrochen. Ich hatte immer in mir gefühlt, schreiben zu wollen, doch aufgrund meiner schulischen Erfahrungen und meiner Rechtschreibung habe ich mich nie getraut, weil es für mich zu riskant war, aufgrund meiner Fehler verachtet zu werden.
Wie sich in meinem Fall zeigt, können Blockaden sich in allen Lebensbereichen zeigen. Die emotionalen Blockaden können durch zig verschiedene Ereignisse ausgelöst werden. Durch unsere Glaubenssätze, die Aussagen anderer und neue negative Ereignisse, können die Auswirkungen der Blockaden sogar verstärkt werden. Indem wir uns dessen bewusst werden und wir lernen, zu fühlen, von wo – ob aus dem Bauch oder dem Kopf – wir bestimmte Informationen bekommen, können wir verhindern, dass unser Ego uns noch länger dominiert, und wir können beginnen, uns zu entfalten.
Ego Erklärung:
Ego und Bewusstsein: Das Ego agiert hauptsächlich im bewussten Bereich. Es nutzt unsere Gedanken, um das Selbstbild zu formen, und arbeitet daran, dieses Bild aufrechtzuerhalten. Es schützt uns vor potenziellen Gefahren, was oft in Form von Angst geschieht. Diese Ängste basieren häufig auf früheren Erfahrungen, die im Unterbewusstsein gespeichert sind, und beeinflussen unbewusst unsere Entscheidungen.
Einfluss des Egos auf das Unterbewusstsein: Obwohl das Ego bewusst agiert, beeinflusst es das Unterbewusstsein, indem es tief verankerte Glaubenssätze festigt. Diese Überzeugungen sind oft das Ergebnis wiederholter Gedanken und Erfahrungen, die sich im Laufe der Zeit ins Unterbewusstsein eingebettet haben.
Konflikt zwischen Ego und Seele: Die Seele kennt nur Mut, sie hat keine Seele Angst, sie strebt nach Wachstum, Freiheit und Einheit. Das Ego hingegen hat Angst vor Kontrollverlust und Veränderung. Es möchte das Bekannte bewahren, selbst wenn es uns davon abhält, unser volles Potenzial zu leben.
Selbstbewusstsein: Der Schlüssel liegt darin, das Ego bewusst zu erkennen und es nicht als den einzigen Ratgeber zu betrachten. Wenn wir das Ego als eine Schicht verstehen, die auf Selbstschutz basiert, können wir die Entscheidungen, die wir treffen, neu bewerten und uns mehr auf die Weisheit der Seele verlassen.
Wo in deinem Leben hält dein Ego dich vielleicht zurück, obwohl deine Seele längst loslegen möchte?
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